20 Mai 2016
racoon-berlin.de Beitragsserie | Mitarbeiterkultur

Teil II | Welche Möglichkeiten gibt es zur Entwicklung einer besseren Mitarbeiterkultur?

Nach dem im ersten Teil der Beitragsserie | Mitarbeiterkultur die Frage: „Was hat Nachhaltigkeit mit Mitarbeiterkultur zu tun?“ erläutert wurde, widmet sich dieser Teil den Möglichkeiten der Entwicklung einer zukunftsorientierten Mitarbeiterkultur. Bei meiner Recherche bin ich auf verschiedene Ansätze aufmerksam geworden. Sie können sich sehr positiv auf die Mitarbeitergewinnung,-förderung, -bindung und -fluktuation auswirken und steigern die unternehmerischen Qualitäten.

 Aus eigener Berufserfahrung weiß ich, dass es manch mal nur kleiner Dinge oder Änderungen bedarf, um glücklicher und zufriedener zu sein. In den meisten Fällen lässt sich durch zuhören, nachfragen, Taten walten lassen und authentische Wertschätzung (wie z.B. Lob) die Arbeitsmoral heben.

Mögliche Ansätze für Mitarbeiterbindung sind meist der Wunsch nach besseren Arbeitsutensilien/-bedinungen (Arbeitsklima verbessern durch z.B. gewaltfreie Kommunikation und Stärkung der individuellen Potenziale, Mitarbeiterbefragung etc. sind mögliche Ansätze) wie (im Handwerk) ausreichendes und qualitativ hochwertige Werkzeuge oder (im Büro) sehr gute und leistungsstarke IT-Mittel bis hin zu klein Bürobedarf und (in Berufen die aktives Arbeiten mit Menschen zu tun haben wie z.B. Kita, Altenpflegebereich und Co.) ergonomische Möbel, Raumakustik oder zusätzliche Gesundheitsangebote als Prävention der körperlichen -und geistigen Gesundheit. In jedem Fall können die Mitarbeiter ganz genau sagen, wo sie sich Verbesserungen oder Änderungen wünschen. Seine Mitarbeiter bei der Gestaltung der Mitarbeiterkultur durch direktes Fragen einzubeziehen ist nicht nur die effektivste Variante, sondern wahrscheinlich auch langfristig kostenschonender. Es muss nicht gleich eine Stelle alls Feelgood Manager ausgeschrieben werden, sondern es reicht bei vielen Menschen in ihrer Arbeit Sinnhaftigkeit zu erkennen, in dem sie wahrgenommen, respektiert und ihr Einbringen anerkannt wird. Auf diesem Weg beugt man der Haltung zur inneren Kündigung bestmöglich und in meinen Augen am effizientesten vor. Wir streben alle nach Respekt, Anerkennung, Aufmerksamkeit (und Liebe) oder etwas pragmatischer betrachtet lässt sich hier die maslowsche Bedürfnispyramide erwähnen.

racoon | Beitragsserie Mitarbeiterkultur, Bedürfnisspyramide von Abraham Maslow

Abraham Maslows Pyramide stellt Bedürfnisse in ihrer Reihenfolge ihres Erfüllungsgrades dar. Ist eine Ebene nicht befriedigt ist es, seiner Ansicht nach, nicht möglich die nächste zu erlangen. In diesem Zusammenhang fallen einem sicher auch Worte wie Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ein. Sinnvoll ist es zu versuchen dem Lebensrhythmus seiner Mitarbeiter nahe zu kommen und zu schauen, wie diese sich mit der Arbeit für eine Organisation, Jungunternehmen und Co. leben lassen. Fragen wie: “Wird lieber früh oder spät gearbeitet? Bevorzugte Wochentage? Gibt es Kinder?“ sind nur ein paar mögliche Antwortquellen und bieten gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten. Werden diese Aspekte jedoch von anbeginn im Unternehmen gelebt, kann man sich zufriedener Mitarbeiter gewiss sein. Ist man sich dessem nicht sicher- hilft immer noch sie zu fragen. Vom Wunsch nach lebenslangen Lernen vieler Menschen kann ein Unternehmen nur profitieren. Indem es Weiterbildung als Mitarbeiterförderung versteht, gewinnt es qualifiziertere Mitarbeiter und fördert die Wertschätzung. Weiterbildung kann hierbei nicht nur in beruflicher Hinsicht erfolgen, sondern sollte auch die Persönlichkeitsförderung beinhalten. Natürlich sollte die finanzielle Entlohnung der eingebrachten Leistung angepasst sein und Mitarbeiter mit dem selben Tätigkeitsfeld (geschlechtsunabhängig) die gleiche Vergütung erhalten, um ein Gefühl von sozialer Ungerechtigkeit gar nicht aufkommen zu lassen.

Zum Thema Mitarbeiterförderung durch Gehaltserhöhung, freut sich nicht unbedingt jeder darüber, da ihm, aufgrund höherer Abgabenleistungen, nicht mehr viel von seiner Lohnerhöhung bleibt. Möglichkeiten seinen Mitarbeitern etwas gutes zu tun gibt es dennoch reichlich. Hierzu habe ich einen interessanten Artikel in der Printausgabe der starting up gelesen und bin online auf den Artikel auf cio.de aufmerksam geworden. Hier werden neben dem klassischen Dienstwagen und beisteuern zur Handy- oder Spritrechnung auch das umweltfreundliche Fahrrad, Leasingverträge für Smartphone oder Notebook, monatliche Aufladung von Prepaid-Kreditkarten für Sachzuwendungen, „anlassbezogene Zuwendungen“ bei Geburtstagen oder Jubiläen, Essenschecks für den Supermarkt oder auch die Bezuschussung für die  Kindertagesbetreuung benannt.

Ich hoffe dieser Beitrag konnte einen ersten Einblick verleihen, welche Möglichkeiten zur Gestaltung einer mitarbeiterfördernden Unternehmenskultur vorhanden sind. Sie warten darauf, in das Unternehmens- oder Gründungskonzept eingebracht zu werden und eine nachhaltige Unternehmensphilosophie zu leben. Für weitere Anregungen, Meinungen, Einsichten und Erkenntnisse kannst du gern die Kommentarfunktion nutzen. Im letzten Teil geht es um das Leben von Mitarbeiterwerten und Beispiele wie bereits Unternehmen ihre Mitarbeiterkultur, durch vermitteln von Wertschätzung, Umsicht, hinhören und z. B. gewaltfreie Kommunikation in die Mitarbeiterkultur eingebunden haben.

Weitere Artikel der Beitragsserie | Mitarbeiterkultur

Teil I | Was hat Nachhaltigkeit mit Mitarbeiterkultur zu tun?
Kurze Erläuterung zum sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit, CSR (Corporate Social Responsibility) und ihre Wirkung auf die Entwicklung von Mitarbeiterkultur.

Teil II | Welche Möglichkeiten gibt es zur Entwicklung einer besseren Mitarbeiterkultur?
Welche Möglichkeiten für die Mitarbeiterkultur und die Förderung des Wohlbefindens des Mitarbeiters möglich sind, zeige ich in diesem Teil, der Beitragsserie auf.

Teil III | Welche bestehenden und junge Unternehmen haben sich eine nachhaltige ausgerichtete Mitarbeiterkultur geschaffen? 
Der dritte Teil beschäftigt sich mit Unternehmensporträts, die von anbeginn eine sozial ausgerichtete Mitarbeiterkultur in das Gründungskonzept einbezogen haben oder erkannt haben, dass eine Änderung des bestehenden Mitarbeiterbilds notwendig ist und allen zugute kommt.

Quellen und Linkempfehlungen

| Zitat von Prof. Dr. Gerald Hüther von hier übernommen und auch ein lesenswerter Artikel.

| Muster für eine Mitarbeiterbefragung

| Durchführen einer online Mitarbeiterbefragung mit Hilfe von surveymonky.com

| Lydia (von Büronymus) hat die Bedürfnispyramide an die Arbeitspraxis angepasst und sich die Frage: „Was brauchst du?“ und warum sie keiner stellt befasst. Lesenswert!

 

Comments

  • Luci
    10. September 2016 Antworten

    Hallo!
    Stellst Du das Plakat zur Bedürfnispyramide evtl. zum Ausdrucken zur Verfügung? Ich finde es wirklich gelungen und als daily reminder, an der Wand, finde ich es einfach Klasse.
    Schönen Tag! Luci

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